| |
Wir und die Bad Hersfelder Festspiele
Ein abwechslungsreicher Schullandheimaufenthalt der Werkstufe II
Wieder einmal stand die alljährliche Fahrt der Werkstufe II zur Ferienstätte „Wendeberg“ bei Bad Hersfeld an. Der Termin, Sonntag, 27. Juni bis Donnerstag, 8. Juli, stand seit langem fest, alles war geplant. Doch bevor es losgehen konnte, gab es noch unerwartete organisatorische Hürden zu überwinden: Knapp 3 Wochen vor der Abfahrt stellte sich heraus, dass Ingo Busch aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren konnte. Nun fehlte er als Fahrer und seine Arbeitskraft vor Ort, und obendrein fehlte sein Wohnmobil, das uns in den früheren Jahren als Gepäckfahrzeug gedient hatte. Was nun?
Nach einigem Kopfzerbrechen, vielen Gesprächen und schlaflosen Nächten vor allem für Frau Thomas als Klassenlehrerin, tat sich schließlich doch noch eine Lösung auf: Unser Haustechniker Arno Konopka fuhr dankenswerterweise mit uns, transportierte das Gepäck im Schul-„Master“ zum Wendeberg und war für uns während der ersten Tage dort eine große und sehr angenehme Unterstützung. Er war mit viel Einsatz und Freude und seiner gewohnten Umsicht und Ruhe dabei. Schade, dass er schon Dienstagmittag zurück musste nach Freiburg - er und der Master wurden gebraucht.
Aber nur wenige Stunden nach seiner Abreise trudelte unsere Praktikantin Elisabeth Bender („Elli“) per Zug auf dem Bad Hersfelder Bahnhof ein! Ein toller Einsatz von ihr, dass sie sich für uns Zeit nahm, denn sie steckte mitten in ihren Prüfungen! Großen Dank an sie und an ihren Lehrer, Herrn Fischer, von der Merian-Schule, der sie freigestellt hatte und sogar mit den Prüfungsterminen Rücksicht auf ihre Reise zum Wendeberg nahm. Elli war uns eine große Stütze, denn sie kennt alle unsere sieben Schüler und Schülerinnen recht gut. Am folgenden Sonntag jedoch musste auch sie dann zurück. Die Bahn brachte sie wieder nach Freiburg, aber dafür brachte sie uns am nächsten Tag Jörg Krause nach Bad Hersfeld! (Also – den Bahnhof kennen wir jetzt!).
Jörg entpuppte sich als vielseitige, tatkräftige und aufmerksame Hilfe. Als Busfahrer und als Koch war er schon perfekt (was er auch gleich unter Beweis stellen durfte), und auch Schüler-Duschen, An- und Ausziehen, Essen geben usw. machten ihm keine Probleme. Und am Ende fuhr er unser Gepäck in einem in Hersfeld gemieteten Bus nach Freiburg zurück. Wie man sieht, war es schon rein organisatorisch / personell eine sehr abwechslungsreiche Zeit. Doch alles hat gut geklappt und es lief auch menschlich sehr gut. Natürlich gab es auch andere Abwechslungen:
Bad Hersfeld – Festspielstadt! Wie oft waren wir in den vergangenen Jahren um die Stiftsruine, wo die Aufführungen stattfinden, herumgelaufen und hatten sehnsüchtig aber erfolglos versucht, einen Blick ins Innere zu werfen! Doch in diesem Jahr stand eine Familienaufführung auf dem Programm, vormittags 10.00 Uhr, „Die Brüder Löwenherz“. Endlich – wir konnten rein! Wir besorgten uns Karten für den 1. Juli.
An dem Morgen hieß es zeitig aufstehen, frühstücken und alle theaterfein machen. Wir schafften es gerade rechtzeitig und waren sehr angetan von der großen Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Leute in der Stiftsruine: Zwei Damen vom Roten Kreuz halfen uns mit den Rollis (es ging mitten über die Bühne) und die Platzanweiserinnen machten es möglich, dass wir alle beieinander sitzen konnten, ein paar Besucher rückten freiwillig und ohne Murren etwas weiter nach hinten, und wir saßen ganz vorn! Erste Reihe! Spitzenklasse!
So waren wir ganz nah dran am Geschehen, bekamen alles hautnah mit, und es war eine wirklich eindrucksvolle, gekonnte und teils witzige Vorstellung, die unsere Schüler und Schülerinnen aufmerksam und mit großer Begeisterung verfolgten – und wir auch! Beim Schlussapplaus juchzten unsere Kinder so lautstark und fröhlich, dass die Darsteller sichtlich ihre Freude daran hatte. Violetas Begeisterung war so ansteckend, dass einer der „Stars“ ihr spontan von der Bühne herab die Hand gab! Außer Kultur gab es noch „Kunst“ in Form von T-shirts, die wir mit den Kindern für jeden, auch für das Team, batikten. Und „Kult“: Wir erlebten life die königliche Hochzeit in Schweden mit (anhand des Berichts in der „Bunten“), spontan und total authentisch, – bloß dass Viktoria aussah wie Elli, ein weißer Cadillac wie ein Wäscheständer wirkte und das Brautkleid ein Netz mit Fußbällen dran war…
Was uns zum Sport bringt! Die Fußball- WM! Wir waren voll dabei! Am Anreisetag haben wir das Achtelfinalspiel gegen England gesehen, fachkundig begleitet von Herrn Brief (Sebastians Eltern hatten ihren Sohn wieder selbst zum Wendeberg gefahren), und das Viertelfinale gegen Argentinien war uns eine „rauschende“ Party wert, bei der wir gleichzeitig Gerhard Kellers 40. Geburtstag nachfeierten: Mit „Halben Hähnchen mit Pommes“, Tee-Früchte-Cocktails, Lichterketten und natürlich diversen Deutschlandfahnen und anderen schwarz/rot/goldenen Utensilien! Vor allem Sebastian hatte seine helle Freude an jedem Toooor, Toooor (der Apfel fällt nicht weit…). Wir hatten echt Stimmung! 4:0!
Das haben wir gut gemacht, ohne uns hätten die nie gewonnen! Na – das Halbfinalspiel gegen Spanien an unserem letzten Abend auf dem Wendeberg war aus deutscher Sicht dann nicht so toll. War aber auch kein Wunder, denn ohne den Experten Sebastian – er war vormittags schon von seinen Eltern abgeholt worden – konnte es ja nichts werden, zumal die einzige der Schülerschar, die um diese Tageszeit noch auf war und mit uns schaute, Alexandra war. Und die hat - als Halbmexikanerin der spanischen Sprache kundig – garantiert heimlich zu Spanien gehalten – oder lag die deutsche Niederlage doch an Paul, dem Krakenorakel? Ansonsten hatten wir recht ruhige und harmonische Tage auf dem Wendeberg mit viel Zeit für die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen. Das Wetter war uns auch wohl gesonnen. Es war fast die ganze Zeit sonnig, aber nicht ganz so heiß wie in Freiburg. „Uniformiert“ mit unseren Batik-T-shirts in blau, rosa oder grün traten wir am Donnerstagmorgen pünktlich die Heimreise an. Dank nochmals an Arno, Elli und Jörg für euren Einsatz! Ihr habt unsere Schullandheim-Fahrt in diesem Jahr gerettet!
Barbara Kamke
|