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Janusz Korczak
Schule für mehrfachbehinderte Kinder
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Bericht von Julia Schäfer, die im Rahmen eines zweiwöchigen Sozialpraktikums zwei Wochen in einer Unterstufenklasse mitgearbeitet hat:

Mein Aufgabenbereich

Am ersten Tag habe ich erstmal alle Aufgaben kennen gelernt und beobachtet, wie man sie durchführt. Ich wurde erstmal als eine Art „Handlanger“ eingesetzt, wodurch ich schnell lernte, was man wann bei welcher Aufgabe braucht. Ich durfte gleich ein Mädchen auf meinen Schoß nehmen. Dabei muss man darauf achten, dass das Kind richtig sitzt: die Ellenbogen aufgestützt sind, der Kopf aufrecht bleibt und die Beine angewinkelt stehen bleiben. Zum Essen und für den Transport sind die Kinder in ihren Rollstühlen angeschnallt.
In den folgenden Tagen wiesen mir die Betreuerinnen der Klasse immer wieder eine neue Aufgabe zu. Dadurch wurde ich vertrauter mit den Kindern, weil ich mich mehr mit ihnen beschäftigte.


So fing ich am zweiten oder dritten Tag an ein Kind zu füttern. Nach dem Essen müssen die Zähne geputzt, die Hände und das Gesicht gewaschen werden, was ich dann langsam auch übernahm. Das Geschirr muss nach dem Essen in die Küche getragen werden. Der Abwasch vom Geschirr, welches danach noch gebraucht wurde, musste auch erledigt werden.

Nach und nach konnte ich mich allein mit einem Kind beschäftigen, mit ihm spielen und ihm meine Zuwendung während der Unterrichtszeit geben. Ich durfte das Essen in der Küche holen und zubereiten: pürieren und portionieren.

In jedem Morgenkreis (Anfang des Unterrichts) kümmerte ich mich um ein Kind: Sang und spielte mit ihm. Ich lernte dabei, was jedem einzelnen Kind gut oder eher nicht gefällt.
Ich durfte mich auch kreativ austoben (wobei diese Arbeit mit den Kindern schon kreativ „genug“ ist), indem ich Papierflieger basteln durfte und eine Wand verschönerte.
Wenn die Kinder nach dem Unterricht wieder nach Hause fahren müssen ihre Taschen gerichtet werden und die Kinder selbst in ihrem Rollstuhl mit einem Sicherheitsgurt angeschnallt werden.
Dann werden sie aus der Schule geschoben und in die Busse eingeladen. Manche fahren auch in einem (speziellen) Kindersitz. Diese müssen dann aus ihrem Buggy oder Rollstuhl in den Sitz gesetzt werden.
Morgens passiert dies alles umgekehrt.
An manchen Tagen ist man nicht die ganze Unterrichtszeit im Schulhaus, einmal in der Woche gehen die Kinder reiten und schwimmen.
Beim Reiten durfte ich beim Festhalten und Stützen der Kinder helfen.
Im Schwimmbad habe ich das Kind beim Schwimmen unterstützt.

Das Persönliche Resume

Die ersten beiden Tage (wobei der erste noch schlimmer war als der zweite) waren schwer für mich. Das lag zum einen daran, dass ich mit ganz neuen Aufgaben an einem neuen Ort konfrontiert wurde. Und dass ich zum ersten Mal näheren Kontakt zu mehrfach schwer behinderten Menschen hatte.
Aber ab dem dritten Tag habe ich meine Hemmschwelle überwunden, weil mir alles vertrauter wurde: ich kannte die Betreuer, die alle wahnsinnig nett sind, die Kinder, die mir mittlerweile richtig ins Herz gewachsen sind und die Aufgaben wurden Routine und damit selbstverständlich.


Ich glaube dieses Praktikum hat mich sehr bereichert. Ich habe gelernt wie man mit solchen Menschen umgeht, was sie brauchen. Außerdem ist mir bewusst geworden, welche Möglichkeiten man als gesunder und welche man als behinderter Mensch hat. Aber trotz der kranken und damit auch oft leidenden Kinder hatte ich in meiner Gruppe sehr viel Spaß. Ich konnte viel mit den Betreuern lachen. Und wenn man von einem Kind angelächelt wird oder einfach nur merkt, dass es ihm trotz der ganzen Umstände gut geht, ist das ein super Gefühl, welches einem total viel Kraft gibt und die Beziehungen zwischen dem Kind und sich selbst stärkt.
Mir ist aufgefallen, dass in dieser Einrichtung jedes Kind eine individuelle Betreuung und Förderung bekommt, was sehr wichtig ist. Manchmal würde ich mir so eine individuelle Förderung auch bei uns an der Schule wünschen.
Als Beruf „fürs Leben“ kann ich mir diese Arbeit im Moment nicht vorstellen, aber mal eine Zweit lang noch mal in einer solchen Einrichtung zu arbeiten, zu helfen oder ein Praktikum zu machen, würde mich schon reizen. Und die Erfahrungen und Erlebnisse des Praktikums würde ich nicht missen wollen. Ich vermisse die Kinder jetzt schon und werde sie demnächst mal besuchen!

Julia Schäfer, Juni 2007


Die schwerbehinderten Kinder und Jugendliche unserer Schule benötigen eine äußerst intensive Förderung, die es notwendig macht, neben Fachkräften auch noch zusätzliche Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in den Klassen zu haben.

Wir bieten jungen Menschen ab 18 Jahren eine interessante Praktikumsstelle. Beginn und Dauer auf Anfrage.

Die Janusz-Korczak-Schule befindet sich in Freiburg, Goethestraße 31. Sie ist eine Schule für schwer geistig und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche. Träger der Schule, des Schulkindergartens und des angegliederten Familienentlastenden Dienstes ist der Verein zur Förderung geistig behinderter Kinder e. V.

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Janusz Korczak Schule - Goethestraße 31 - 79100 Freiburg
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